Neue Location: die Karpfenteiche bei Buch

Wir waren dort zwar schon oft spazieren, aber bis zu diesem Sommer habe ich dort noch nie fotografiert. Nicht weit von Karow entfernt liegen die Karpfenteiche und der Bogensee. Der untere Teil gehört zum Landschaftsschutzgebiet Buch und darf mit Umsicht und Respekt zur Natur und den dort lebenden Tieren betreten werden. Trotz vieler Mücken in diesem Jahr haben sich zwei Familien getraut, ihr Portraitshooting dorthin zu verlegen und ich möchte euch ein paar der Ergebnisse zeigen. Bald beginnt wieder die Zeit, in der die Sonne schon früh tiefer steht und ich könnte mir vorstellen, das ein oder andere Herbstfoto ebenfalls dort zu machen.  Es gibt die Teiche, eine Landbrücke zwischendurch, viel Wald und Wiesen – also alles, was man für authentische Familienportraits gebrauchen kann.

Da ist Magie im Raum

Lange habe ich gebraucht, um hier die richtigen Worte zu finden. Das Baby ist da, die Bilder sind da, aber Worte, um das Erlebte zu beschreiben? Das geht nicht einfach mal schnell nebenbei auf dem Smartphone getippt. Vor einigen Wochen durfte ich zum ersten Mal eine Geburt fotografisch begleiten und hier und jetzt möchte ich euch davon erzählen.

Der Termin rückte näher und somit auch das Wochenende, an dem wir eigentlich zu unserer Familie fahren wollten, um einen Geburtstag zu feiern. Schlechtes Timing aber so ist das manchmal mit den Plänen. Sollte ich Zuhause bleiben? Oder mitfahren und im Falle des Falles schnell die zwei Stunden auf der Autobahn zurück düsen? Das waren Fragen, auf die ich irgendwie noch keine Antwort hatte und auch gar nicht haben musste, da ich am Donnerstag Morgen die Nachricht bekam: Es geht los! Wow, jetzt also wirklich, es klappt! Ich konnte noch die Kinder um 9 Uhr im Kindergarten abgeben, war etwa 9.15 Uhr am Krankenhaus und fand die Eltern am CTG.

Nach wenigen Minuten ging es in den Kreißsaal und erst einmal in die Wanne. Und für mich war alles irgendwie total normal. So oft hab ich schon schwangere Frauen fotografiert, manchmal noch ganz knapp vor der Geburt. Und dann ein paar Tage später die kleinen, neu geborenen Babies. Aber dieser Teil der Geschichte, der fehlte noch und deshalb war es einfach selbstverständlich, die beiden genau dann und genau dort zu begleiten. Die Zeit verging wie im Flug und aus dem getönten „O“ wurde ein „A“, ich hörte die Veränderung der Geburtsphasen und wusste: bald. Und in mir breitete sich Ruhe aus. Ich hatte vorher große Sorgen, dass ich in Hektik verfallen, das Licht falsch nutzen oder im Weg stehen würde. Aber nichts davon passierte. Es war, als stünde die Zeit still, was draußen passierte, war nicht real,  nur dieser Raum und diese Familie waren wichtig. Die Kamera und ich sind alte Kollegen, gut aufeinander eingespielt, wir vertrauten uns. Das Licht war perfekt, hell und weich. Die Zeit reichte sogar für Videoaufnahmen. Und diese wundervolle Frau war so schön und so stark, wusste, was sie wollte und was nicht und hat sich selbst und ihr Baby innerhalb von wenigen Stunden durch die Geburt gerockt. Um 10.50 Uhr war der kleine Bruder, dessen Geschwister ich schon so oft vor der Linse hatte, geboren und begrüßte die Welt. Eine Welt mit einem Erdenbürger mehr. Da war nun dieses kleine Kind, noch mit der Mama

verbunden, die von ihrem Mann auf die Stirn geküsst wurde und die zusammen mit der Hebamme und der Kinderärztin so herzlich und glücklich lachten. Manche Verbindungen waren sichtbar, andere nur spürbar und ich bin immer noch von Dankbarkeit ergriffen, dass ich ein Teil dessen sein durfte.

Und dass ich diese Geschichte erzählen darf.
Danke.

Weiter unten seht ihr die gesamte Reportage in einer kleinen Slideshow inklusive dem liebevollen Kennenlernen der großen Geschwister am Tag nach der Geburt.